Schweizer Abgeordnete Eric Weber über Belarus

  • Dem kann ich mit ruhigen Gewissen beipflichten. Während meiner Reisen von 1991-2019 habe ich mich immer wohl und sicher gefühlt. Ich hatte nie Angst obwohl ich es manchmal (verkehrstechnisch, manchmal auch Zoll) hätte haben sollen. Zoll und Miliz war immer freundlich zu uns, wenn man von den nervenden Wartezeiten und Kontrollen absieht. Auch habe ich einen erheblichen Wandel in all diesen Jahren gesehen. Bei der Ordnung und Sauberkeit auf den Straßen konnten wir uns immer eine Scheibe abschneiden. Ampeln mit LED und Zeitablauf gab es schon Mitte der Neunziger,. Die werden jetzt gerade in Berlin z.B. eingeführt.


    Die jetzigen Grenzangelegenheiten (Übergänge und Wartezeiten) und der vergiftete politische Alltag, halten mich und meine Freunde aber von derzeitigen Reisen ab. Leider!

  • Mosyr

    Dem kann ich mich ebenfalls nur anschließen. Bisher in meinen über 12 Jahren in Belarus waren immer alle Behörden (Miliz, Ämter, etc.) stets freundlich und entgegenkommend. Angst ist hier in Belarus so oder so fehl am Platze, denn eines gleichen braucht man hier, auch als Ausländer, beim besten Gewissen nicht zu haben. Dies obliegt z.B. nicht nur an den hohen Strafen, sondern wohl auch der großen und schnellen Aktivität der Miliz und den schnellen auffinden von etwaigen Übeltätern, so dass sich eines gleichen eine Straftat wohl zuvor drei mal überlegt (wie man so schön sagt). Bzgl. der Sauberkeit ist Belarus wohl in der Tat eines der säubersten Staaten der Welt. Allerdings sollte man davon hier nicht unbedingt auf der Strasse sprechen, denn wie u.a. auch hier bei uns geschrieben wurde, wissen dies die Belarussen*innen auch selbst, so dass man eines gleichen denen nicht nochmal auf die Nase binden muss. Dafür gibt es andere Dinge, welche ebenfalls in Punkto Belarus (u.a. sehr) Erwähnenswert sind.

    Ampeln mit LED und Zeitablauf gab es schon Mitte der Neunziger,. Die werden jetzt gerade in Berlin z.B. eingeführt.

    Und da sagt man im Westen, dass der Osten Unzivilisiert ist ^^

    Eines solchen kann man sich beim Betrachten vieler Städte wohl nicht mehr erlauben zu sagen, denn selbst kleinere Städte wie z.B. auch unsere Stadt Beloozjarsk wurde bis vor kurzen vollständig umgekrempelt - u.a. neues Stadion, sämtliche Strassen neu Asphaltiert, überall neue Anstriche (Wohnungen, Krankenhaus, etc.), neue Statuen und Parkanlagen, etc. etc.).


    Die jetzigen Grenzangelegenheiten (Übergänge und Wartezeiten) und der vergiftete politische Alltag, halten mich und meine Freunde aber von derzeitigen Reisen ab. Leider!

    Die Wartezeiten sind jedoch nicht mehr so extrem wie es einmal war. Derweil belaufen sich diese auf bis zu max. 24 Stunden, welches zwar auch nicht gerade sehr wenig ist, aber bei weitem auch keine Mehrtägige Wartezeit wie es einmal mit bis zu 10 Tagen, war. Deine genannte "vergiftete Politik" kann ich allerdings nicht verstehen und wäre aus meiner Sicht auch kein Grund von der Abhaltung Belarus zu besuchen.


    Gruss,
    Andreas

  • Tja, wenn Zwei das gleiche Sehen, muss es nicht dasselbe sein.

    In der Tat ;)


    Ohne dir dabei nun aber auf den Schlips treten oder zu nahe treten zu wollen ...

    Der Unterschied liegt zwischen uns jedoch darin, dass der eine zwar das Land länger in Punkto "Ein- und Ausreisen" kennt, der andere aber "wenn auch Zeitlich weniger (aber derweil schon seit mehr als 12 Jahren)" Dauerhaft kennt und das macht auch einen Unterschied aus.


    Gruss,
    Andreas

  • Das bestreitet auch niemand. Ich war immer gern da und habe BY und seine Menschen auch in bester Erinnerung! Habe heute noch gute Kontakte dahin. Zum Glück gibt es ja z.B. Whats App

    Diese ganzen Sanktionen, Beschränkungen, Bevormundung und Besserwisserei von Seiten des Westens, ist für mich vergifteter Alltag.

    Allerdings merke ich auch eine gewisse Zurückhaltung bei Freunden im Austausch miteinander. Erinnert mich ein wenig an die DDR Zeit mit dem Westen. Es kommen aber auch wieder bessere Tage.

  • Ich war immer gern da und habe BY und seine Menschen auch in bester Erinnerung!

    Das weiß ich bereits aus der Vergangenheit, denn da hattest du bereits schon des öfteren von eines gleichen gesprochen. ;)

    Diese ganzen Sanktionen, Beschränkungen, Bevormundung und Besserwisserei von Seiten des Westens, ist für mich vergifteter Alltag.

    Sanktionen, Beschränkungen, Bevormundungen, etc. die zu guter letzt nichts gebracht haben. Da könnten auch noch weitere zig Sanktionspakete Seitens der EU geschnürrt werden, aber Belarus schädigen sie damit ganz sicher nicht, sondern viel mehr sich selbst. Gleichermaßen ob Produkte wie die Milka, das Waschpulver Ariel oder Persil, Ersatzteile für Bosch oder Mercedes, dem Kaffee Jacobs, etc. etc. gibt es nach wie vor in Belarus und selbst wenn ein direkter Import nicht möglich wäre, so wären Importe über Umwege (z.B. Deutschland Indien Belarus) möglich und es würde damit weiterhin deutsche Produkte in Belarus geben. Diese wären dann zwar aufgrund des Umweges etwas teurer, aber zum größten Teil (wenn auch nicht alles) immer noch günstiger als in Deutschland selbst. Banküberweisungen funktionieren zwar genauso wie PayPal oder die bekannte WesternUnion nicht mehr, aber dafür gibt es (und das sogar noch günstigere) Alternativen wie u.a. Paysend. Alles andere wie Strom, Gas, Benzin und Mineralien gibt es ohnehin in Belarus wie Sand am Meer und das um ein vielfaches günstiger als in Deutschland wo die Preise in die Höhe schießen und noch weiter ansteigen werden. Zu guter letzt schießt sich die EU mit all ihren Sanktionen selbst ins Bein und schädigt nicht nur sich selbst damit, sondern um so mehr und leider dessen Bürger*innen!


    Nebenbei: Damit der Reiter auch auf dem Ross bleibt oder mit realen Worten der deutsche auch schön in Deutschland bleibt, arbeitet und damit weiterhin den Staat mit Steuerlichen Abgaben in aller Form nd Fülle den Staat füttert, gibt es Seitens der EU die so genannten Wegzugssteuer. Die Geschichte dahinter fing schon im Jahre 1918 in Punkto Steuerflucht an und in der heutigen Zeit wird der/die deutsche Bürger*in sogar (um es mal mit anderen Worten zu sagen) bestraft, wenn er oder sie in einen anderen Land auswandern möchte. Das Gesetz betrifft zwar "noch" nicht jede(n) x-beliebigen Bürger*in, jedoch, und das ist wohl möglich nicht nur meine Vermutung, wird genau dieses Gesetz auch bald alle Bürger*innen betreffen die ins Ausland auswandern möchten. Damit wird (mal wieder) davon überzeugt, dass der gesamte deutsche Staat wie ein riesiges Gefängnis ist. Eines gleichen überzeugte auch schon bereits in der Corona-Zeit mit der Ausgangssperre. In Punkto der Wegzugssteuer ist dies aber mehr im Sinne wie: "Du bleibst schön hier und zahlst hier weiter in die Staatskasse oder wir nehmen es dir um zumindest etwas von dir in die Staatskasse einzubehalten, bevor du gehst".

    Allerdings merke ich auch eine gewisse Zurückhaltung bei Freunden im Austausch miteinander. Erinnert mich ein wenig an die DDR Zeit mit dem Westen.

    Das ist natürlich schade, aber kenne eines gleichen auch von meiner Seite. Damalige Freunde aus / in Deutschland hielten Anfangs noch Kontakt zu einem in Belarus, doch mit der Zeit (derweil mehr als 12 Jahre) verringerte sich der Kontakt in so weit, dass dieser nur noch selten, bis einmal im Jahr bis gar nicht mehr aufrecht gehalten wird. Solches ist natürlich schade, aber auf der anderen Seite gewinnt man in der Zeit in der man hier lebt auch wieder neue Freunde dazu und weiß letztlich auch wer wirklich wahre Freunde sind. Denn selbst Freunde in Deutschland mit welchen man seine komplette Kind- und Jugendzeit verbracht hat, dann aber der Kontakt durch die Auswanderung von selten bis gar nicht mehr besteht, überzeugt dies in meinen Augen nur davon, dass dies zu guter letzt einfach keine "wahren" Freunde sind oder waren. Solches ist zwar sicherlich traurig, aber wie o.g. hat man dafür wieder neue Freunde gefunden und somit bezeichne ich dies mal als das bekannte "Glück im Unglück".

    Es kommen aber auch wieder bessere Tage.

    Es gibt immer mal im Leben schwere Zeiten (davon kann ich auch ein Lied singen), aber es gibt auch immer wieder gute Zeiten und das darf und sollte man auch nie vergessen. Ganz getreu dem Lied von "Ronan Keating - Life is a Rollercoaster" ist das Leben in der Tat eine Achterbahn. Mal geht es Bergab, aber immer wieder geht es auch wieder Bergauf. Somit sollte man niemals den Kopf in den Sand setzen, sondern einfach nach vorne schauen, denn das Leben geht nicht nur weiter, sondern ist auch einfach zu kurz.


    Gruss,
    Andreas